Du hast deine erste Drohne gekauft und möchtest am liebsten sofort losfliegen?
Das kann ich gut verstehen. Trotzdem solltest du dir vor dem ersten Start ein wenig Zeit nehmen. Beim Drohnenfliegen gibt es einige Regeln zu beachten und ein paar Dinge vorzubereiten.
Keine Sorge: Das klingt zunächst komplizierter, als es ist.
Bei Drohnenstarter findest du nicht nur Informationen rund um das Drohnenfliegen. Das Portal begleitet dich Schritt für Schritt – von den ersten Grundlagen über die Vorbereitung deines Fluges bis hin zu deinen praktischen Erfahrungen als Drohnenpilot.

1. Informiere dich über deine Drohne und die geltenden Regeln
Bevor du deine Drohne das erste Mal startest, solltest du wissen, welche Regeln für dein Modell gelten.
Dabei spielen unter anderem die C-Klasse der Drohne, ihr Gewicht und die geplante Art des Betriebs eine Rolle. In der offenen Betriebskategorie wird zwischen den Unterkategorien A1, A2 und A3 unterschieden.
Je nachdem, welche Drohne du verwendest und wo du damit fliegen möchtest, gelten unterschiedliche Anforderungen.
Du musst dir dafür natürlich nicht zuerst die europäischen Drohnenverordnungen vollständig durchlesen.
Genau dafür gibt es den Wissens- und Lernbereich von Drohnenstarter.
Tipp: Wenn Begriffe wie C0, C1, A1, A2 oder A3 für dich noch völliges Neuland sind, ist das kein Problem. Im Bereich Lernen kannst du Schritt für Schritt in die Drohnenwelt einsteigen und dein Wissen nach und nach erweitern.
2. Prüfe, ob du dich als Drohnenbetreiber registrieren musst
In vielen Fällen musst du dich vor dem ersten Flug als Drohnenbetreiber registrieren.
Das betrifft insbesondere Drohnen ab 250 Gramm sowie viele leichtere Kameradrohnen. Auch bei einer Drohne unter 250 Gramm kann eine Registrierung erforderlich sein, wenn sie mit einer Kamera oder einem anderen Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten ausgestattet und kein Spielzeug im Sinne der Spielzeugrichtlinie ist.
Die Registrierung erfolgt in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA).
Nach erfolgreicher Registrierung erhältst du deine persönliche Betreiber-ID (e-ID).
Diese muss entsprechend den geltenden Vorgaben an der Drohne angebracht werden. Bei Drohnen mit direkter Fernidentifizierung muss die Betreiber-ID außerdem entsprechend den Vorgaben im System der Drohne hinterlegt werden.
Wichtig: Die Betreiberregistrierung und der Kompetenznachweis sind zwei verschiedene Dinge.
3. Sorge für den richtigen Versicherungsschutz
Für den Betrieb einer Drohne in Deutschland ist eine entsprechende Haftpflichtversicherung erforderlich.
Verlasse dich dabei nicht einfach darauf, dass jede private Haftpflichtversicherung Drohnen automatisch einschließt.
Prüfe in deinen Versicherungsbedingungen ausdrücklich,
- ob Drohnen mitversichert sind,
- welche Drohnen bzw. Gewichtsklassen abgedeckt werden,
- welche Nutzungsarten versichert sind
- und ob der Versicherungsschutz zu deiner tatsächlichen Nutzung passt.
Das solltest du erledigen, bevor deine Drohne das erste Mal abhebt.
4. Kläre, welchen Kompetenznachweis du benötigst
Nicht für jede Drohne ist automatisch ein „Drohnenführerschein“ vorgeschrieben.
Bei einer C0-Drohne ist beispielsweise grundsätzlich kein formeller Kompetenznachweis erforderlich. Für eine C1-Drohne benötigst du dagegen den EU-Kompetenznachweis A1/A3.
Für den Betrieb einer C2-Drohne in der Unterkategorie A2 ist zusätzlich das EU-Fernpilotenzeugnis A2 erforderlich.
Deshalb ist die häufig verwendete Aussage
„Unter 250 Gramm kein Führerschein, darüber Führerschein“
zu ungenau.
Welchen Nachweis du tatsächlich benötigst, hängt von deiner Drohne und dem geplanten Betrieb ab.
Auch wenn für deine Drohne kein Kompetenznachweis vorgeschrieben ist, empfehle ich dir, dich mit den Inhalten des A1/A3-Kompetenznachweises zu beschäftigen.
Die Grundlagen über Sicherheit, Luftraum, menschliches Leistungsvermögen und die geltenden Regeln sind für jeden Drohnenpiloten nützlich.
→ Mehr erfahren: Drohnenführerschein A1/A3 und A2
5. Prüfe, wo du fliegen darfst

Eine freie Wiese bedeutet nicht automatisch, dass dort auch mit einer Drohne geflogen werden darf. In Deutschland gibt es geografische UAS-Gebiete, in denen der Drohnenbetrieb eingeschränkt, verboten oder an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sein kann. Deshalb gehört die Prüfung des geplanten Flugortes zu jeder vernünftigen Flugvorbereitung. Drohnenstarter stellt dir dafür eine entsprechende UAS-Gebietskarte zur Verfügung.
Eine ausführlichere Erklärung dazu, was geografische UAS-Gebiete sind und was die unterschiedlichen Gebiete für deinen Flug bedeuten, findest du ebenfalls im Wissens- und Lernbereich.
6. Kenne die wichtigsten Flugregeln
Ein paar Grundregeln solltest du bereits vor deinem ersten Start kennen.
In der offenen Kategorie gilt grundsätzlich eine maximale Flughöhe von 120 Metern zum nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche. Besonders an Hängen und Bergen ist dieser Unterschied zum einfachen Begriff „120 Meter über dem Startpunkt“ wichtig.
Die Drohne muss grundsätzlich in direkter Sichtweite (VLOS – Visual Line of Sight) betrieben werden. Ein Kamerabild auf dem Smartphone, Tablet oder der Fernsteuerung ersetzt den erforderlichen Sichtkontakt nicht.
Außerdem musst du die für deine Unterkategorie geltenden Regeln bezüglich unbeteiligter Personen beachten.
Menschenansammlungen dürfen in der offenen Kategorie nicht überflogen werden.
Für A1, A2 und A3 gelten unterschiedliche Abstands- und Betriebsregeln. Diese lernst du ausführlicher im Wissens- und Lernbereich kennen.
7. Prüfe das Wetter
Nur weil der Himmel gerade freundlich aussieht, bedeutet das noch lange nicht, dass die Bedingungen für einen Drohnenflug geeignet sind.
Achte insbesondere auf:
- Wind und Windböen
- Niederschlag
- Sichtverhältnisse
- Temperatur
- mögliche Wetteränderungen während des geplanten Fluges
Besonders der Wind wird von Einsteigern schnell unterschätzt. In größerer Höhe können deutlich andere Bedingungen herrschen als direkt am Boden.
Auch niedrige Temperaturen können die Leistungsfähigkeit des Akkus beeinflussen.
Drohnenstarter kann dich auch hierbei unterstützen:
8. Bereite deine Drohne vor
Jetzt kommen wir endlich zur Drohne selbst.
Vor dem Start solltest du unter anderem kontrollieren:
- Ist die Drohne äußerlich unbeschädigt?
- Sind die Propeller in Ordnung und korrekt befestigt?
- Ist der Flugakku ausreichend geladen?
- Ist die Fernsteuerung ausreichend geladen?
- Ist die Speicherkarte eingesetzt und bietet sie genügend freien Speicherplatz?
- Gibt es Warnmeldungen in der Flug-App?
- Ist die Return-to-Home-Funktion sinnvoll eingestellt?
- Ist die eingestellte RTH-Höhe für die Umgebung geeignet?
Gerade die Return-to-Home-Höhe sollte nicht einfach irgendeinen Standardwert behalten. Bei einem automatischen Rückflug muss die Drohne vorhandene Hindernisse sicher überwinden können.
Gleichzeitig solltest du dich mit dem konkreten Verhalten der RTH-Funktion deiner Drohne vertraut machen. Dieses kann sich je nach Hersteller und Modell unterscheiden.
9. Nutze Startcheck und Checkliste
Aus all diesen Vorbereitungen wird mit etwas Erfahrung eine Routine.
Und genau dabei unterstützt dich Drohnenstarter.
Mit dem Startcheck kannst du vor deinem Flug wichtige Voraussetzungen prüfen. Dazu gehören beispielsweise der geplante Flugort, die aktuellen Bedingungen und weitere Faktoren, die für einen sicheren Start wichtig sind.
Für deinen konkreten Flug kannst du anschließend eine digitale Checkliste beginnen.
Sie begleitet dich durch die unmittelbare Flugvorbereitung und kann nach deinem Flug abgeschlossen werden. So entsteht mit der Zeit eine nachvollziehbare Dokumentation deiner Flüge und deiner Flugvorbereitung.
So musst du nicht jedes Mal überlegen, ob du vielleicht etwas vergessen hast.
10. Dann darf es endlich losgehen
Wenn
- die formalen Voraussetzungen erfüllt sind,
- deine Drohne einsatzbereit ist,
- der Flugort geprüft wurde,
- das Wetter passt,
- der Startcheck keine Probleme ergeben hat
- und deine Checkliste vorbereitet ist,
steht deinem ersten Flug nichts mehr im Wege.
Für deine ersten Flüge empfehle ich dir einen großen, übersichtlichen und möglichst hindernisfreien Bereich.
Verzichte zunächst auf komplizierte Flugmanöver und automatische Flugfunktionen.
Lerne zuerst, wie deine Drohne auf deine Steuerbefehle reagiert.
Starten, schweben, langsam vorwärts und rückwärts fliegen, drehen und sicher landen – mehr muss der erste Flug überhaupt nicht können.
Die sichere Kontrolle deiner Drohne ist wichtiger als spektakuläre Aufnahmen.
11. Nach dem Flug ist noch nicht ganz Schluss
Auch nach der Landung gehört ein kurzer Check zu einem gut vorbereiteten Flug.
Kontrolliere deine Drohne auf mögliche Beschädigungen, prüfe insbesondere die Propeller und schließe anschließend deine begonnene Checkliste ab.
Deine Flüge kannst du außerdem im Flugbuch dokumentieren.
Dort geht es nicht nur darum, Flugzeiten zu sammeln.
Nimm dir nach einem Flug kurz Zeit und überlege:
- Was hat heute gut funktioniert?
- Gab es Situationen, bei denen du unsicher warst?
- Was möchtest du beim nächsten Flug besser machen?
- Was hast du bei diesem Flug gelernt?
Diese persönliche Einschätzung hilft dir dabei, aus deinen eigenen Flügen zu lernen und mit der Zeit sicherer und routinierter zu werden.
Und wie geht es weiter?
Mit dem ersten Flug beginnt das Lernen eigentlich erst.
Drohnenstarter soll dich deshalb nicht nur bis zu deinem ersten Start begleiten, sondern auch danach.
Mit jedem Kapitel, jedem Startcheck, jeder Checkliste und jedem Flug sammelst du mehr Erfahrung.
Denn ein guter Drohnenpilot wird man nicht dadurch, dass man alle Regeln einmal gelesen hat.
Man wird es, indem man Wissen aufbaut, bewusst fliegt und aus jedem Flug etwas mitnimmt.
