Wissen

Drohnenführerschein

Welchen Drohnenführerschein brauche ich?

Der Begriff „Drohnenführerschein“ wird häufig als Sammelbegriff verwendet. Tatsächlich gibt es im europäischen Drohnenrecht unterschiedliche Kompetenznachweise – und nicht jeder Drohnenpilot benötigt automatisch einen davon.

Welcher Nachweis für dich erforderlich ist, hängt vor allem davon ab,

  • welche Drohne du verwendest,
  • welcher C-Klasse sie angehört,
  • in welcher Betriebskategorie du fliegst
  • und wie nah du beispielsweise an unbeteiligten Personen fliegen möchtest.

Für die meisten Freizeitpiloten sind vor allem zwei Nachweise relevant:

EU-Kompetenznachweis A1/A3

Drohne als Einstieg in den Drohnenführerschein

Der A1/A3-Kompetenznachweis vermittelt die grundlegenden Kenntnisse für den sicheren Betrieb von Drohnen in der offenen Kategorie.

Dazu gehören unter anderem Themen wie:

  • Luftrecht und Flugsicherheit
  • geografische UAS-Gebiete
  • menschliches Leistungsvermögen
  • Wetter
  • technische Grundlagen
  • sichere Durchführung eines Drohnenfluges

Für bestimmte Drohnen und Betriebsarten ist dieser Nachweis vorgeschrieben.

Auch wenn du eine Drohne fliegst, für die kein Kompetenznachweis erforderlich ist, lohnt es sich meiner Meinung nach trotzdem, sich mit diesen Grundlagen zu beschäftigen. Schließlich geht es nicht nur darum, was gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern auch darum, die eigene Drohne sicher und verantwortungsvoll zu betreiben.

EU-Fernpilotenzeugnis A2

Das Fernpilotenzeugnis A2 baut auf dem A1/A3-Kompetenznachweis auf.

Es ermöglicht unter den entsprechenden Voraussetzungen den Betrieb einer geeigneten Drohne in der Unterkategorie A2 und ist insbesondere interessant, wenn du näher an unbeteiligten Personen fliegen möchtest.

Für A2 gelten zusätzliche Anforderungen. Dazu gehören unter anderem vertiefte Kenntnisse und eine praktische Selbstausbildung.

A1/A3 und A2 im Überblick

Brauche ich für Drohnen mit weniger als 250 Gramm Gewicht keinen Drohnenführerschein?

Diese Behauptung findet man oft im Internet. Für den Kompetenznachweis trifft sie in der offenen Kategorie grundsätzlich zu: Bei Drohnen mit einer höchstzulässigen Startmasse von weniger als 250 Gramm ist kein formeller Kompetenznachweis vorgeschrieben. Der A1/A3-Kompetenznachweis wird dennoch empfohlen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass für Drohnen unter 250 Gramm keine weiteren Pflichten gelten.

Verfügt deine Drohne beispielsweise über eine Kamera oder einen anderen Sensor, mit dem personenbezogene Daten erfasst werden können, musst du dich in der Regel trotzdem als Drohnenbetreiber registrieren und deine Betreiber-ID (e-ID) an der Drohne anbringen. Eine Ausnahme besteht insbesondere für entsprechend als Spielzeug eingestufte Drohnen.

Auch die übrigen Flugregeln gelten weiterhin. Die 250-Gramm-Grenze ist also kein Freifahrtschein.

Deshalb solltest du für deine konkrete Drohne immer prüfen, welche Anforderungen für den geplanten Betrieb gelten.

Und was ist mit gewerblichen Flügen?

Eine weitere verbreitete Annahme lautet:

„Wer mit einer Drohne Geld verdient, braucht automatisch einen besonderen Drohnenführerschein.“

So funktioniert das heutige europäische Drohnenrecht nicht.

Entscheidend ist grundsätzlich das Risiko des Betriebs, nicht ob du privat oder gewerblich fliegst.

Ein Foto für einen Auftrag kann beispielsweise unter denselben Regeln der offenen Kategorie durchgeführt werden wie ein privater Fotoflug – sofern alle Voraussetzungen dieser Kategorie erfüllt sind.

Warum lohnt sich das Wissen trotzdem?

Auch wenn du keinen Kompetenznachweis benötigst, solltest du dich mit den grundlegenden Regeln beschäftigen.

Du lernst beispielsweise,

  • wo du fliegen darfst,
  • wie du Risiken erkennst,
  • welche Abstände gelten können,
  • wie Wetter deinen Flug beeinflusst
  • und wie du dich bei Problemen richtig verhältst.

Ein Kompetenznachweis ist deshalb nicht nur eine gesetzliche Voraussetzung für bestimmte Flüge.

Er ist vor allem eine gute Grundlage dafür, zu verstehen, was du beim Drohnenfliegen eigentlich tust.

Bei Drohnenstarter direkt lernen

Du möchtest nicht nur wissen, welchen Nachweis du benötigst, sondern die Themen Schritt für Schritt lernen?

Dafür gibt es den Lernbereich von Drohnenstarter.

Dort kannst du die Grundlagen systematisch durcharbeiten und deinen Fortschritt speichern.

Einführung im Lernbereich startenA1, A2 und A3 vergleichen