Das Smartphone gehört für viele Drohnenpiloten inzwischen genauso zur Ausrüstung wie Fernsteuerung und Ersatzakku.
Apps können dir dabei helfen, geografische UAS-Gebiete zu prüfen, das Wetter einzuschätzen oder deinen nächsten Flug vorzubereiten.
Auf dieser Seite stelle ich dir einige externe Apps und Dienste außerhalb von Drohnenstarter vor, die ich für sinnvoll halte.
Dabei handelt es sich um meine persönlichen Empfehlungen. Apps entwickeln sich weiter, Funktionen ändern sich und auch Preise können sich jederzeit verändern. Deshalb lohnt es sich, gelegentlich zu prüfen, ob die eigene Lieblings-App noch die beste Lösung für den jeweiligen Zweck ist.

Apps für Fluggebiete und Flugvorbereitung
1. DrohnenAtlas – meine aktuelle Top-Empfehlung
Wenn du lieber eine richtige App auf deinem Smartphone nutzen möchtest, ist DrohnenAtlas derzeit meine persönliche Top-Empfehlung.
Die App bietet eine übersichtliche Karte zur Prüfung von geografischen UAS-Gebieten und verwendet dafür offizielle Daten von DFS und dipul.
Damit kannst du direkt am geplanten Flugort prüfen, welche Gebiete vorhanden sind und welche Auflagen oder Einschränkungen dort möglicherweise gelten.
DrohnenAtlas beschränkt sich inzwischen allerdings nicht mehr nur auf eine Flugzonenkarte.
Zu den Funktionen gehören unter anderem:
- Zonen-Check mit offiziellen DFS/dipul-Daten
- Offline-Karten
- Pre-Flight-Checklisten
- Dokumentenmappe
- Flugbuch
- Verwaltung von Drohnen und Ausrüstung
- Regelungs-Assistent
- Wetterinformationen
Viele Kernfunktionen können kostenlos genutzt werden. Für zusätzliche Funktionen wird optional eine Pro-Version angeboten.
Was mir besonders gefällt: Die App versucht nicht nur, möglichst viele Informationen auf einer Karte darzustellen, sondern bereitet die Informationen so auf, dass sie auch für weniger erfahrene Drohnenpiloten verständlich bleiben.
Gerade für Einsteiger ist das ein wichtiger Punkt.
Natürlich gilt auch hier: Eine App nimmt dir nicht die Verantwortung für deinen Flug ab. Sie ist ein Hilfsmittel zur Flugvorbereitung. Als Fernpilot bist du weiterhin selbst dafür verantwortlich, die geltenden Regeln zu kennen und einzuhalten.
2. dipul – die offizielle Quelle
Auch wenn es weiterhin keine klassische dipul-App gibt, gehört die Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt (dipul) für mich zu den wichtigsten Anlaufstellen für Drohnenpiloten in Deutschland.
dipul ist die Plattform des Bundes für den Drohnenbetrieb in Deutschland.
Besonders wichtig ist das Map Tool. Dort kannst du geografische UAS-Gebiete prüfen und dir anzeigen lassen, welche Regelungen an einem bestimmten Ort gelten.
Der große Vorteil liegt für mich auf der Hand:
Hier geht es nicht um die Interpretation eines kommerziellen App-Anbieters, sondern um eine offizielle Informationsquelle.
Die Bedienung ist vielleicht nicht immer so komfortabel wie bei einer speziell für Smartphones entwickelten App. Dafür ist dipul eine sehr gute Anlaufstelle, wenn du eine Information noch einmal anhand der offiziellen Quelle überprüfen möchtest.
Meine Empfehlung lautet deshalb nicht DrohnenAtlas oder dipul, sondern eher:
DrohnenAtlas für die komfortable Flugvorbereitung – dipul als wichtige offizielle Quelle.
Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt – dipul
Und was ist mit Droniq?
Droniq beziehungsweise die entsprechenden Apps und Dienste habe ich früher selbst empfohlen.
Der Markt für Drohnen-Apps entwickelt sich allerdings weiter. Neue Angebote kommen hinzu, andere Apps verändern ihr Geschäftsmodell oder ihre Funktionen.
Deshalb würde ich Droniq heute nicht mehr zu meinen ersten Empfehlungen für Einsteiger zählen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine solche App schlecht ist. Für mich gibt es inzwischen jedoch Lösungen, die besser zu dem passen, was ich einem neuen Drohnenpiloten für die alltägliche Flugvorbereitung empfehlen würde.
Genau deshalb wird diese Seite regelmäßig überarbeitet.
Kostenpflichtige Drohnen-Apps – wann lohnt sich ein Abo?
Es gibt inzwischen eine ganze Reihe guter Apps für Drohnenpiloten.
Einige davon bieten sehr interessante Funktionen, verlangen für den vollständigen Funktionsumfang allerdings ein monatliches oder jährliches Abonnement.
Grundsätzlich habe ich überhaupt kein Problem damit, für eine gute App zu bezahlen.
Entwicklung, Server, Kartenmaterial, Datenquellen und regelmäßige Aktualisierungen kosten schließlich Geld.
Trotzdem sollte man sich vor Abschluss eines Abonnements fragen:
Brauche ich diese zusätzlichen Funktionen tatsächlich regelmäßig?
Ein paar Euro im Monat hören sich zunächst nicht nach viel an. Wenn man aber mehrere Apps und Dienste abonniert, entstehen daraus schnell erhebliche jährliche Kosten.
Gerade Einsteiger benötigen für ihre ersten Flüge meistens keine Sammlung aus fünf verschiedenen kostenpflichtigen Spezial-Apps.
Meine Empfehlung ist deshalb:
Fang einfach an. Nutze zunächst eine gute Flugzonen-App und eine vernünftige Wetter-App. Wenn dir später eine bestimmte Funktion fehlt, kannst du immer noch nach einer spezialisierten Lösung suchen.
Wetter-Apps
1. WetterOnline – meine Empfehlung für den schnellen Wettercheck
Für die allgemeine Wetterbeobachtung nutze und empfehle ich WetterOnline.
Besonders praktisch finde ich das WetterRadar beziehungsweise RegenRadar.
Damit lässt sich sehr schnell erkennen, ob sich Niederschlag oder Gewitter dem geplanten Fluggebiet nähern und wie sich die Wetterlage voraussichtlich entwickelt.
Zusätzlich bietet WetterOnline unter anderem:
- aktuelle Wetterdaten
- stündliche Vorhersagen
- Windinformationen
- WetterRadar und RegenRadar
- Unwetterwarnungen
- längerfristige Wetterprognosen
Gerade das Radar finde ich für Drohnenflüge sehr praktisch. Eine Prozentangabe zur Regenwahrscheinlichkeit ist das eine – auf einer Karte zu sehen, wo sich der Niederschlag tatsächlich befindet und in welche Richtung er zieht, ist für die kurzfristige Flugplanung wesentlich anschaulicher.
2. UAV Forecast – speziell für Drohnenpiloten
Eine weitere interessante App ist UAV Forecast.
Im Gegensatz zu einer klassischen Wetter-App richtet sich UAV Forecast speziell an Drohnenpiloten und fasst verschiedene Wetterinformationen entsprechend aufbereitet zusammen.
Das kann praktisch sein, weil wichtige Faktoren wie Wind, Böen, Temperatur und weitere Bedingungen schnell erfasst werden können.
Ein Teil des Funktionsumfangs ist allerdings kostenpflichtig.
Ob sich das für dich lohnt, hängt davon ab, wie häufig du fliegst und welche Informationen du tatsächlich benötigst.
Für den Einstieg halte ich eine gute allgemeine Wetter-App wie WetterOnline in Kombination mit einer Flugzonen-App zunächst für vollkommen ausreichend.
Verlasse dich nicht auf eine einzige App
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Tipp auf dieser Seite.
Eine App kann dir die Flugvorbereitung erheblich erleichtern. Sie kann dir aber nicht jede Entscheidung abnehmen.
Wenn dir eine Anzeige merkwürdig vorkommt oder du dir bei einer Einschränkung nicht sicher bist, solltest du eine zweite Quelle hinzuziehen.
Insbesondere bei rechtlichen Fragen lohnt sich der Blick in die offiziellen Informationen von dipul, Luftfahrt-Bundesamt, EASA oder der jeweils zuständigen Behörde.
Und auch die beste Wetter-App ersetzt nicht den Blick nach draußen.
Wenn deine App hervorragende Bedingungen meldet, du am Startplatz aber bereits starke Böen bemerkst, zählt nicht das grüne Symbol auf dem Display.
Entscheidend sind die tatsächlichen Bedingungen vor Ort.
Meine Empfehlung für Einsteiger
Für deine ersten Flüge musst du dein Smartphone nicht mit zehn verschiedenen Drohnen-Apps füllen.
Eine einfache Kombination reicht vollkommen aus:
Damit hast du bereits eine sehr gute Grundlage für deine Flugvorbereitung.
Praxis-Tipp für deinen Flug
Vor dem Start würde ich mir folgende Routine angewöhnen:
- Prüfe den geplanten Flugort und mögliche geografische UAS-Gebiete.
- Lies nicht nur die Karte, sondern auch die zu einem Gebiet angezeigten Hinweise und Auflagen.
- Prüfe Wetter, Wind und Böen.
- Sieh dir das RegenRadar an, wenn Niederschlag oder Gewitter möglich sind.
- Kontrolliere die tatsächlichen Bedingungen am Flugort.
- Beobachte deine Umgebung auf Hindernisse, Personen, Tiere und möglichen bemannten Luftverkehr.
- Führe anschließend deinen persönlichen Startcheck und deine Checkliste durch.
Apps sind hervorragende Werkzeuge.
Aber am Ende trifft nicht die App die Entscheidung über den Start.
Diese Entscheidung triffst du als Fernpilot selbst.
